Geplatzte Titelträume: Bern brachte der Turnfabrik kein Glück

10.06.2018
Am vergangenen Wochenende fanden die Schweizermeisterschaften der Juniorinnen in Bern statt. Die Turnfabrik kämpfte mit 11 qualifizierten Turnerinnen um Medaillen und Diplome. Die Nerven der Athletinnen hielten dem Druck grösstenteils nicht stand und es mussten ungewollte Abgänge an den Geräten in Kauf genommen werden. Dies tat den zahlreichen Fans welche aus der Ostschweiz angereist waren keinen Abbruch und sie feuerten die Turnerinnen mit Kuhglocken lautstark an.

Die Nervosität bei den Jüngeren war förmlich spürbar
Das Niveau an den Schweizermeisterschaften der Juniorinnen war extrem hoch. Fehler und Stürze kann man sich an diesen hochdotierten Wettkämpfen keine mehr leisten, sonst rutscht man auf der Rangliste schnell ab. Sofia Frick vermochte sich als Einzige bei den Jüngsten aus dem Programm 1 für die SMJ zu qualifizieren. Ihr war die Nervosität als SM-Debütantin ins Gesicht geschrieben. Sie turnte einen tollen Balken und beendete den Wettkampf mit 46.450 Punkten auf dem 45. Schlussrang.

Nicht so rund wie gewohnt lief es im P2 der 10-jährigen Lara Bücheler (RLZO/STV Frauenfeld). Sie konnte dem Druck als erste aus der Qualifikationsliste nicht standhalten und es lief ihr nach einem tollen Start am Barren nicht mehr nach Wunsch. Lara musste zum ersten Mal in dieser Saison überhaupt, einen Sturz an ihrem Paradegerät dem Balken in Kauf nehmen. Auch am Boden zählten nicht alle Elemente und ein weiterer Sturz kam in die Wertung woraus schlussendlich der 16. Rang resultierte. Dafür zeigte ihre Kollegin Alessia Anderes (25.) einen tollen Wettkampf. Bei der Bodenübung war die Energie förmlich auf den Zuschauerrängen zu spüren. Auch am Barren und Sprung zeigte Sie eine gute Leistung. Emilia Meili (38. Rang) und Julie Schmid (42.) wurde ebenfalls das Zittergerät der Balken zum Verhängnis. Sie konnten nach einem missglückten Start ihr Können an den anderen drei Geräten zeigen.

Eine weitere Favoritin strauchelte mit Lejla Sadikaj (RLZO/STV Frauenfeld) auch im Programm 3. Ihr misslang der Wettkampf an ihrem Paradegerät dem Stufenbarren und sie musste einen ungewohnten Sturz, am oberen Holmen, in Kauf nehmen. Auch der Doppelflick am Balken gelang nicht nach Wunsch und sie musste das Gerät erneut verlassen. Am Boden kämpfte Sie erfolgreich um die letzten Punkte und konnte sich mit dem tollen 6. Rang über ein Diplom freuen. Alissa Hanselmann konnte sich mit 48.30 Punkten auf dem guten 13. Rang klassieren. Sie zeigte wie immer eine tolle Bodenübung. Das Zittern auf dem Balken war bei ihr sogar von den Zuschauerrängen aus sichtbar und verhinderte ein noch besseres Resultat. Ihre Teamkolleginnen Ronja Gera (21.) und Naja Greuter (23.) komplettierten das Thurgauer Ergebnis.

Die Frauenfelderin Giulia Ziliani trat in der Kategorie P4 Amateure an. Auch ihr wurden im Vorfeld Medaillenchancen eingeräumt. Die elegante Turnerin musste wegen Fussschmerzen einen Sturz am Boden in Kauf nehmen, was zugleich ihre Podestträume platzen liess. Sie kann sich aber mit dem 7. Rang über eines der begehrten Diplome freuen.

Freud und Leid
Am härtesten traf es die 14-jährige Lilli Habisreutinger P5 (RLZO/Turnfabrik) welche sich beim Einturnen eine Zerrung zuzog und den Wettkampf frühzeitig abbrechen musste. Sie konnte so ihre gute Form in der höchsten Juniorinnenkategorie nicht unter Beweis stellen und sich auch das Ticket für die Junioren Europameister-schaften (JEM) in Glasgow nicht frühzeitig sichern. So ist der Sport: Freud und Leid sind leider jeweils sehr nahe beisammen und die jungen Sportlerinnen müssen sehr früh lernen damit umzugehen.

Text: Nicole Bücheler

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